CE Kennzeichnung – Raumkiste.com

CE Kennzeichnung

Auf in Europa verkauften Produkten muss das CE Zeichen stehen, wenn dieses durch eine europäische Richtlinie gefordert wird. Maßgebend dafür ist der § 7 V ProdSG. Doch wofür steht die Abkürzung und was hat der Verbraucher davon. Bis heute gibt es viel Kritik an dem CE Zeichen. Doch zunächst wollen wir einen Blick auf den Hintergrund und die Bedeutung richten.

Das CE Zeichen steht für den französischen Begriff „Communauté Européenne“, was Europäische Gemeinschaft in Deutsch übersetzt heißt. CE soll also für die in Europa harmonisierten Vorschriften für den Warenverkehr gelten.

Die Kennzeichnung ist der sogenannte Europäische Reisepass. Damit dürfen ausländische Hersteller Ihre Produkte in die EU einführen und überall in den Mitgliedsstaaten verkaufen.

Welche Voraussetzungen müssen für CE vorliegen

Wer das CE Zeichen nutzt, muss die europäischen Richtlinien erfüllen. Generell ist das CE Zeichen immer nur dann zulässig und gleich Pflicht, wenn eine dieser Richtlinien die Kennzeichnung vorschreibt. Mit der Kennzeichnung bestätigt der Hersteller, dass besagtes Produkt den europäischen Richtlinien entspricht. Eigentlich ist es damit weniger eine Kennzeichnung für Verbraucher, sondern viel mehr zu einer Art Reisepass für Produkte, die in Europa angeboten werden sollen, geworden. Mit dem CE Zeichen darf das Produkt in jedem EU-Mitgliedsstaat angeboten werden. Es besteht also eine Art Reisefreiheit für diesen Artikel.

Kritisch ist allerdings, dass der Hersteller selbst das CE Zeichen an seine Produkte anbringt. Entweder über einen Aufkleber, der gekauft wird oder einfach direkt in den Druck des Kartons oder der Anleitung. Zusammen mit der EG-Konformitätserklärung wird das CE Zeichen damit gültig. Der Hersteller bescheinigt, dass alle Punkte der EG-Richtlinien erfüllt wurden. Das kann für Brillen, aber auch zum Beispiel Bohrmaschinen gelten.

Paradoxes CE System

Das Paradoxe daran, ist allerdings, das der Hersteller nicht nur das CE Zeichen selbst anbringt, sondern auch in der Regel die Voraussetzungen dafür im eigenen Haus prüft. Eine Ausnahme besteht nur dann, wenn die Gefahreneinstufung für ein Produkt höher liegen. Das könnte zum Beispiel der Fall bei Klettergurten oder Atemschutzgeräten sein. Hier kann es zu einer Prüfung über eine zertifizierte Stelle kommen. Der Verbraucher kann das am einfachsten durch eine 4-stellige Kennnummer erkennen, die neben dem CE Zeichen angebracht wurde. Das CE Zeichen ist als feste Vorlage direkt auf der Webseite zur CE Kennung herunterzuladen und kann dann jedem Hersteller selbst angebracht werden, wenn er glaubt, dass er die Anforderungen erfüllt. Eine weitere Prüfung durch Dritte ist bei normalen Produkten nicht erforderlich.

Produkt erfüllt nicht CE Norm

Das kommt gar nicht einmal so selten vor. Viele Hersteller aus China, gerade bei der No-Name Produktion, nehmen kaum eine Prüfung auf den EU-Standard vor. Für sie lohnt es sich nicht, es würde nur weitere Kosten erzeugen. Sie laden sich das Zeichen aus dem Internet herunter und bringen es nun an Ihrem Produkt an. Fertig ist der Reisepass für die EU.

Sollte der Verbraucher nun einen Artikel finden, der vermutlich nicht den CE Anforderungen entspricht, hat er die Möglichkeit, dieses der lokalen Marktaufsichtsbehörde zu melden. Zuständig sind dafür Seiten wie Produktpiraterie.org oder auch Baua.de.

Das Problem an der Sache: Es trifft den Importeur, der oft durch den Hersteller im Ausland mit dem CE Zeichen geblendet wurde. Der Importeur muss dann hohe Strafen befürchten, während der Hersteller bereits die nächsten Produkte unbehelligt versendet und sich öfters einmal umbenennt.

Wo wird gerne geschummelt?

Unsere Erfahrung zeigt, dass bei vielen No-Name Produkten mit der CE Kennzeichnung geschummelt wird. Der Hersteller selbst hat ja nichts zu befürchten. Und in Europa findet keine Prüfung statt, es sei denn es handelt sich um besondere Gefahrenprodukte. In allen anderen Fällen, druckt der Hersteller das CE Zeichen einfach auf seine Packungen. Wird ein solcher Schummel erkannt, trifft es meistens den Importeuer. Also einen Einzel- oder Großhändler, der in gutem Glauben das Produkt gekauft hat und nun in Europa anbieten möchte.

Zur Weihnachtszeit ist das besonders häufig bei LED-Kerzen Ketten zu beobachten. Unser Rat für diesen Artikel: Keine No-Name Artikel dieser Art erwerben. Ein Hersteller muss immer genannt sein. Achten Sie auch auf den Preis. Aber ebenso bei Kindersachen ist oft die Erfahrung zu machen, das ein CE Zeichen einfach nur gedruckt wurde, ohne das die Anforderungen tatsächlich erfüllt wird.

Ausländische Hersteller interessiert CE Prüfung kaum

Viele Hersteller im Ausland sagen sogar, sie wissen, das in Europa ein CE Druck erfolgen muss, was das bedeutet und welche Bedingungen damit erfüllt werden sollen, ist ihnen aber nicht bekannt. Insgesamt ist damit der Schummel Anteil bei der CE Kennzeichnung in Europa sehr hoch. Das wird übrigens auch nicht von der Europäischen Union bestritten. Allerdings wird dort der Anteil der CE Fälschungen auf ein übersichtliches Maß benannt. Das hingegen darf jedoch stark bezweifelt werden. Immerhin ist der Verbraucher meistens gar nicht in der Lage, einen Artikel auf die CE Anforderungen zu prüfen. Stichproben gibt es durch staatliche Stellen ebenfalls nie.

Ist ein Produkt mit CE Zeichen sicher

Diese Frage lässt sich mit Blick auf den obigen Absatz relativ leicht beantworten. Grundsätzlich bietet die CE Kennzeichnung keinerlei Sicherheit. Viele Hersteller bringen es einfach so auf, da eine Richtlinie die Erfordernis dazu ausspricht. Bei No-Name Produkten, die günstig angeboten werden, kann das der Fall sein. Der günstige Preis kann dann gerade deswegen zustande kommen, da die Prüfverfahren durch den Hersteller nicht vorgenommen wurden. Die Praxis ist bekannt, eine Verbesserung bei der CE Kennzeichnung ist unseres Wissens aber nicht durch die EU geplant.

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